Mallorca bietet über 300 Sonnentage im Jahr. Während Einfamilienhäuser die Insel bereits in ein blaues Meer aus Solarpanels verwandeln, hinken Mehrfamilienhäuser (Comunidades de Propietarios) oft hinterher. Dabei wird immer öfters über das Modell des Autoconsumo Colectivo (kollektiver Eigenverbrauch) in der Öffentlichkeit gesprochen. Doch der Weg zum „Gratis-Strom“ vom eigenen Dach ist mit bürokratischen und technischen Stolpersteinen gepflastert.
1. Die menschliche Hürde: Das „Ja“ der Nachbarn
Bevor das erste Panel montiert wird, muss die Eigentümerversammlung zustimmen.
- Das Problem: Auch wenn das Gesetz (Ley de Propiedad Horizontal) mittlerweile nur noch eine einfache Mehrheit verlangt, scheitern Projekte oft an der Skepsis der nachbarn.
- Die Lösung: Kostenvoranschlag vorlegen.
2. Das Nadelöhr: Die Anmeldung beim Netzbetreiber
Der Endgegner für jedes Solarprojekt auf Mallorca heißt oft e-distribución (Endesa).
- Das Problem: Die Anmeldung des kollektiven Verbrauchs ist deutlich komplexer als bei Einzelanlagen. Greenpeace und Installationsverbände wie ASINEM kritisieren regelmäßig, dass Anträge monatelang wegen kleinster Formfehler liegen bleiben oder Datensätze für die Stromverteilung nicht korrekt verarbeitet werden.
- Dauer: Stellen Sie sich auf 6 -12 Monate Wartezeit ein, bis die Gutschriften tatsächlich auf Ihrer Rechnung erscheinen.
3. Technik & Kosten: Der „unsichtbare“ Aufwand
Die Panels auf dem Dach sind das Günstigste bei einer Photovoltaikanlage.
- Der Erzeugungszähler: Für die gemeinschaftliche Abrechnung ist ein zusätzlicher Zähler zwingend erforderlich. Die Hardware kostet zwar nur etwa 500 €, aber in vielen älteren Gebäuden auf Mallorca entsprechen die Zählerschränke nicht mehr der aktuellen Norm.
- Kostenfalle Zählerraum: Fordert der Netzbetreiber eine Modernisierung des gesamten Zählerschranks, können schnell 1.500 € bis 3.000 € Zusatzkosten entstehen, noch bevor das erste Kabel verlegt ist.
Lohnt sich der Aufwand?
Es ist viel sinnvoller die Photovoltaikanlage der Gemeinde für die Gemeinschaftszähler zu nutzen. Die Durchführung und die Anmeldung der Solar Installation ist viel einfacher. Die Aufteilung der Kosten ist gleich für alle Eigentümer egal ob sie die Immobilie ganzjährig nutzen. Die Gemeinschaftskosten für Strom belaufen sich oft über mehrere Tausen Euro pro Jahr und die Photovoltaik ist eine wunderbare Lösung diese langfristig zu senken.