Mallorca bietet mit über 300 Sonnentagen und rund 2.800 Sonnenstunden im Jahr die perfekten Bedingungen für die eigene Stromerzeugung. Wer hier ein Haus oder Wohnung besitzt, stellt sich spätestens bei der ersten saftigen Stromrechnung von Endesa & Co. die Frage: Lohnt sich eine Photovoltaikanlage, wie groß muss sie sein und wann hat sie sich bezahlt gemacht?
In diesem Artikel rechnen wir es konkret für eine typische Wohnung auf der Insel vor, das einen Jahresverbrauch zwischen 3.500 und 4.000 Kilowattstunden (kWh) hat.
1. Wie viel kWp (Kilowatt-Peak) werden benötigt?
Für eine Immobilie auf Mallorca mit einem Jahresverbrauch von 3.500 bis 4.000 kWh ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 3 bis 4 kWp optimal dimensioniert.
Die Begründung:
In Mitteleuropa (z. B. in Deutschland) erwirtschaftet 1 kWp installierte Leistung im Schnitt etwa 1.000 kWh Strom pro Jahr. Auf Mallorca sieht das dank der intensiven Globalstrahlung ganz anders aus:
Faustregel für Mallorca: 1 kWp installierte PV-Leistung erzeugt auf den Balearen jährlich etwa 1.400 bis 1.500 kWh sauberen Strom.
Wenn wir dies auf unseren Verbrauch hochrechnen:
- Eine 3 kWp-Anlage produziert ca. 4.200 bis 4.500 kWh pro Jahr.
- Eine 4 kWp-Anlage produziert ca. 5.600 bis 6.000 kWh pro Jahr.
Warum nicht noch größer bauen?
Es mag verlockend klingen, das komplette Dach mit Modulen zu belegen. Bei einem Verbrauch von maximal 4.000 kWh führt eine größere Anlage (z. B. 7 kWp) jedoch zu massiven Überschüssen im Sommer, die man kaum selbst verbrauchen kann. Da die Einspeisevergütung in Spanien (compensación de excedentes) deutlich geringer ist als der Preis für eingekauften Strom, fährt man mit einer exakt auf den Eigenbedarf abgestimmten Anlage wirtschaftlich am besten.
Wer allerdings eine Klimaanlage im Dauereinsatz hat oder mittelfristig ein E-Auto oder eine Pool-Wärmepumpe plant, sollte eine größere Installation planen.
2. Der Schlüssel zum Erfolg: Der Eigenverbrauchsanteil
Eine PV-Anlage liefert den Strom tagsüber, wenn die Sonne brennt. Auf Mallorca korreliert das im Sommer perfekt mit dem größten Stromfresser: der Klimaanlage. Dennoch ist man ohne Speicher selten zu 100 % autark.
- Ohne Batteriespeicher: Man erreicht in der Regel einen Eigenverbrauchsanteil von ca. 35 % bis 45 %. Je mehr Elektrogeräte man tagsüber – während der Sonne scheint – einsetzt, desto höher der Profit.
- Mit Batteriespeicher: Der Eigenverbrauch schnellt auf 70 % bis 80 % hoch, da der tagsüber produzierte Strom abends und nachts für Licht, Kühlschrank und Fernseher genutzt werden kann.
3. Amortisationszeit
Die Anlage mit Batterie hat sich nach ca. 9 bis 10 Jahren komplett amortisiert.
Ohne den Speicher (geringere Investitionskosten, aber auch weniger Eigenverbrauch) liegt die Amortisationszeit oft sogar bei nur 5 bis 6 Jahren.
Lohnt es sich?
Ein klares Ja. Für eine Mallorca-Wohnung mit einem Verbrauch von 3.500 bis 4.000 kWh ist eine PV-Anlage zwischen 3 und 4 kWp die richtige Lösung. Sie schützt hocheffektiv vor den steigenden Strompreisen in Spanien und nutzt die wichtigste Ressource der Insel optimal aus: die balearische Sonne. Wer die Investition heute tätigt, produziert spätestens im nächsten Jahrzehnt komplett kostenlosen und grünen Strom.